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Epilepsie usw.

Epileptische Anfälle bei Katzen
































Epilepsie


Man unterscheidet zwei Formen dieser Erkrankung, die primären und die sekundären epileptischen Anfälle.
Bei Ersterem handelt es sich um angeborene Störungen der Nervenbahnen im Gehirn, die durch Fehlbildung oder erworbener Erkrankung zu regelmäßigen Anfällen führen.

Diese epileptischen Anfälle kann man mittlerweile mittels Medikamente einigermaßen eingrenzen und verringern. Das bedeutet eine tägliche Verabreichung einer Medikation seitens des Besitzers um die Lebensqualität seines Tieres zu verbessern und ein dennoch schönes Katzenleben zu gewährleisten.

Die sekundäre Form einer Epilepsie, bzw. eines epileptischen Anfalls ist oft schwer zu erkennen und zu diagnostizieren. Es handelt sich dabei meist um vorübergehende Anfälle, die höchstens ein oder zweimal auftreten und dann wieder verschwinden.
In der Regel liegt ein kurzfristiger Grund vor, wie zB. Vergiftungen durch Medikamente, Pflanzen usw. oder einem Gehirntrauma ( Gewalteinwirkung auf den Kopf).
Bei Medikamenten sind es Nebenwirkungen in Form von Reaktionen des Körpers, Überdosierung von Medikamenten oder Allergien.
ZB. weiß man bei der Verabreichung von "Metronidazol", dass gerade bei Jungtieren eine Überdosierung zu einem epileptischen Anfall führen kann, meist auch in Begleitung von Haarkleidverlust und Übelkeit/ Erbrechen.
Nach Absetzten des Medikament kommt das Haarkleid wieder und die Krämpfe treten nicht wieder auf.

Ein Trauma, in Form eines Sturzes, Stoßes, Gewalteinwirkung auf den Kopf kann ebenfalls einen oder zwei " grand mal" Anfälle auslösen. Um diese Krämpfe aber zu beurteilen und zu diagnostizieren benötigt der Tierarzt eine genaue Schilderungen des vorangegangenen Geschehens.
Dazu muss er natürlich auch in der Lage sein dem Kunden zuzuhören. Was oft leider nicht immer der Fall ist.
Auch der Tierbesitzer weiß manchmal nicht genau wie es zum Unfall kam, oder ob es überhaupt einen gab.

So zum Beispiel bei uns:

Ein Wurf Katzenbabies, 4 Wochen alt, gesund und unauffällig. Gute Gewichte und im Laufstall sicher aufgeräumt.
Ich komme zum füttern und entdecke ein Babie seltsam liegend in der Gruppe. Alle Geschwister spielen lustig, nur das Eine nicht. Auf Berührung reagiert der Kleine nicht und als ich ihn herausnehme, beginnt er stark zu krampfen.
50 sec. für mich eine halbe Ewigkeit, danach liegt er wie tot in meinen Händen. 20 min Reanimation, Beatmung und Herzmassage scheinen keinen Erfolg zu bringen. Ich höre dann irgendwann auf und erkenne plötzlich eine Eigenatmung.

In der Tierklinik weiß man sich keinen Rat. Auf mein Drängen hin wird Sauerstoff und ein Medikament für den Kreislauf gegeben. Blutzucker war unauffällig getestet. Der Kleine kommt nicht mehr zu Bewußtsein.
Ich nehme ihn mit nach Hause, bin nicht bereit für das Einschläfern.
Zen Stunden schläft er ohne zu erwachen unter meinem Pullover, die ganze Nacht .
Morgens um 5.00 Uhr will er plötzlich raus und randaliert auf meiner Brust.
Es war wie ein kleines Wunder.
Er bekam zweimal Nahrung mit der Magensonde da er nicht trinken wollte, danach etwas Antibiotika, weil ich nicht wußte was zu dieser dramatischen Situation geführt hatte und dann nach 24 Stunden nahm er endlich wieder selbst Nahrung auf.
Was war passiert???

Nach langen Diskusionen mit meinem Mann kam ich auf folgende Theorie.
Die 6 kg Mama muss beim Einspringen in den Laufstall auf den Kleinen getreten oder gefallen sein. Das war die einzige erklärbare Schlussfolgerung. Ein Sturz war im Laufstall unmöglich, Medis hatte er keine bekommen und ein weiterer Anfall trat danach nie wieder auf.
Durch diesen traumatischen Unfall, vermutlich ausgelöst durch eine Gehirnerschütterung kam es zum epileptischen Anfall. Der zweite Krampf wurde durch mich beim Herausnehmen des Kitten aus der Gruppe provoziert.
Zwei "grand mal" Anfälle führen zur Bewußtlosigkeit und die Erholungsphase benötigt tatsächlich viele Stunden. Dabei ist ein kleines Katzenbabie nicht mehr weckbar.

Ich kenne es aus der Humanmedizin, Epileptiker verbrauchen bei normalen Anfällen bis zu 1500 kcal. und schlafen danach mehrere Stunden sehr tief.

Für uns war dieses Erlebnis unglaublich und führte dennoch zu einem guten Ende.

Eine Käuferin eines meiner Kitten hatte einen ähnlichen Vorfall. Dabei handelte es sich um einen ungeschickten Sturz vom Gartentisch. Auch da verhielt sich die Situation gleichermaßen, auch da wußten die Tierärzte nicht was die Ursache war.
Valium und Infusionen wurden gegeben, über die Einschläferung gesprochen.
10 Stunden später war das Jungtier ( 16 Wochen alt ) wieder völlig normal und lebt noch heute ohne je wieder einen Anfall erlebt zu haben.



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