Pfinztalcoonies

Tierärzte 2

Das große Geschäft mit dem Vertrauen !

Tierärzte Teil 2
ist entstanden, weil mich immer mehr Katzenbesitzer um Hilfe und Rat bitten. Die meisten von diesen Menschen waren mit ihren Lieblingen schon bei sämtlichen Tierärzten ,aber es konnte ihnen leider nicht geholfen werden. Oder sie sind unzufrieden mit den Diagnosen/ Therapieformen und haben erhebliche Zweifel an deren Richtigkeit.
Sie suchen also nach einem weiteren Rat in Form des Internets und landen dann auch mal bei mir.

Ich bin kein Tierarzt, nicht einmal ein Tierheilpraktiker, aber ich versuche meinen Verstand , meine langjährigen Erfahrungen als Krankenschwester und mein medizinisches Wissen zu nutzen um doch adequat Auskunft geben zu können.
Trotzdem bin ich über die Geschichten, die mir von all den Menschen zugetragen werden immer wieder aufs Neue entsetzt.
Vielleicht helfen meine Fallbeispiele dem einen oder anderen doch die Tierärzte kritisch zu beobachten, und zu kontrollieren, um sich und ihre Tieren vor unnötigem Schaden zu bewahren.

Fallbeispiel:
Eine Käuferin ruft mich an, wir kennen uns schon lange, sie hat zwei Katzenmädchen von mir.
Ihr zugekaufters Katerchen mittlerweile fast 2 Jahre alt, pinkelt überall in die Wohnung. Am Meisten dann, wenn sie nicht da ist, oder gar in Urlaub fährt. Scheint sehr sensibel zu sein, vermutet sie.
Aber neuerdings pinkelt er sogar in ihrem Beisein.
Sie war bei ihrem Tierarzt, der auch die Kastration durchgeführt hatte, bei der Katzenpsychiologin, beim Heilpraktiker.
Keiner konnte helfen. Der Tierarzt meinte, der Kater wäre sozial gestört und sie solle ihn abgeben. Die Psychiologin meinte das Katerchen fühle sich nicht mehr wohl mit den anderen Katzen, müsse in Alleinhaltung.
Alles psychosomatisch!

Die Besitzerin ist völlig am Ende, die Wohnung stinkt und sie weiß sich keinen Rat mehr.
Ich frage nach dem Fressverhalten des Tieres, ob er krank sei, sein soziales Verhalten den anderen Katzen gegenüber und auch nach der Kastration.
Nie wäre das Tier krank gewesen, die Kastration sei unproblematisch verlaufen, einzig, dass ein Hoden im Bauchraum gelegen hätte, aber ihr Tierarzt  hätte diesen entfernt.
Wären auch ordentlich zusätzliche Kosten gewesen.

Liebe Leser, alles was ich über Tierärzte weiß, weiß ich aus Erfahrung. Eines ist aber sicher, ein Hoden im Bauchraum ist schwer zu finden und findet ein Tierarzt ihn nicht, dann gibt es Ärzte die geben das ehrlich zu und sagen es den Kunden und dann gibt es wieder Welche, die sagen das nicht.
Dass aber der gleiche Tierarzt auch dann nichts zu seiner Kundin sagt, wenn diese mit einem markierenden Kater zu ihm kommt und auch noch ganz dreist der Dame rät, sie solle ihren gestörten Kater abgeben, das ist schon der Gipfel der Frechheit.

Natürlich empfahl ich meiner Anruferin eine Hormonuntersuchung bei ihrem Kater machen zu lassen um auch ganz sicher zu gehen, dass meine Vermutung zutraf.
Es verwunderte mich keineswegs, dass einige Tage später der zweite Anruf erfolgte, mit der Mitteilung, dass der Testosteronspiegel gleich wäre wie bei einem nicht kastrierten Kater.

Wären nicht die dramatisch hohen Kosten bei der Besitzerin gewesen, hätte ich gerne gelacht. Der arme Kater war völlig normal, er war eben ein potenter Kater geblieben und wollte das geruchlich und stolz seiner Besitzerin auch so mitteilen.
Nach der Entfernung des tatsächlich verbliebenen Hodens aus dem Bauchraum durch einen, versteht sich, anderen Tierarzt, war das Katerchen natürlich stubenrein und pinkelte ausschließlich in seine dafür vorgesehene Katzentoilette.

Nun gibt es da noch einen speziellen Tierarzt auf den meine Aufmerksamkeit immer wieder ungewollt gelenkt wird. Gerade seine Geschichten lassen mir oft die Galle überlaufen. Einige meiner Fallbeispiel sind durch ihn entstanden.

(Zusammenhänge mit lebenden oder nicht mehr lebenden Personen sind rein zufällig und vollkommen unbeabsichtigt.)

Fallbeispiel:
Junge Frau hatte sich zwei Mixkätzchen gekauft, eine erwachsene Katze und ein kleines Katerchen. Nun bekam der Kleine eine Bindehautentzündung und der großen Katze ging es auch nicht gut. Natürlich ging man zum Tierarzt um nachschauen zu lassen.
Dieser stellte fest, der Kleine benötigte ein Antibiotika und Augentropfen, die erwachsene Katze wäre trächtig und hätte einen Nabelbruch der sich eingeklemmt hätte.
Seine Prognose zum voraussichtlichen Geburtbeginn, ca`2-3 Tage.
Katze blieb in der Praxis ? des Arztes, denn ein Nabelbruch und Geburt könnten gefährlich für das Muttertier werden. Junge Frau war einverstanden.
Versehentlich gab er dem 10 Wochen alten Katerchen ein AB für Hunde. Viel zu hoch dosiert, Besitzerin erkannte dies zum Glück noch rechtzeitig und fragte mich um Rat.
Ich riet ihr ausschließlich zu den Augentropfen.

Nach 2-3 Tagen erkundigte sie sich nach dem Befinden ihrer Katze. Tierarzt teilte ihr mit, die Katze müsste notoperiert werden, der Nabelbruch mache Schwierigkeiten.
Es sei alles OK, die Babies würden vermutlich leben, waren aber noch nicht geboren. Auch ein Auge hätte das Muttertier sich selbst ausgeschlagen, leider wäre sie nun darauf blind.
Die Besitzerin wurde langsam unruhig, konnte den Aussagen des Tierarztes nicht ganz folgen.
Immer wieder erkundigte sie sich nach der Katze, bekam aber nur schlechte, wirre Auskünfte und wiedersprüchliche Aussagen. Der Standartsatz des besagten Tierarztes war jedes Mal,
" Frau X möchten sie die gute oder die schlechte Nachricht zuerst hören?"

Diese verlangte nun völlig entnervt und ausdrücklich ihr Tier zurück, hatte berechtigte Angst um dessen Leben.
Wurde aber agressiv seitens Arzt abgelehnt, der Katze ginge es zu schlecht, meinte Dieser böse.

Nach über 14 Tagen erfuhr die Besitzerin zufällig, dass die Babies geboren waren und auch lebten. Leider ginge es der Mutter immer noch sehr schlecht, hätte eine Brustentzündung und wäre schwach. Müsse Infusionen haben und diverse Medikamente.
Nun vertraute die junge Frau diesem Tierarzt nicht mehr. Sie rief mich wieder an und bat um Hilfe.

 Sie forderte die Herausgabe ihrer Katze  inklusiv den  Babies. Wollte einen anderen Facharzt aufsuchen.
Wieder wurde ihr dies vom Tierarzt verweigert. Es kamen  seitens des Herrn Dr.Vet. nur Beschimpfungen und Drohungen, sogar auch Nötigungen.

Wir fuhren zum Amtsgericht und beantragten eine "Einstweilige Verfügung". Forderten diese auch sofort, denn es schien Gefahr im Verzug. Wir wurden gebeten noch bis Montag zu warten, die Besitzerin sollte doch noch einmal versuchen sich mit diesem Arzt zu einigen.

Solange mochte die Besitzerin nicht warten. Sie hatte erfahren, ihre Katze wurde im Privathaus des Tierarztes festgehalten und fuhr auf meinen Rat dorthin. Die Ehefrau des Doktors mochte ihr erst nicht die Mama mit ihren Welpen aushändigen, das Auge müsse noch entfernt werden, beteuerte sie aufgeregt. Gab dann schließlich aber nach.

Das Tier befand sich in schlechtem Zustand in einem verdreckten Badezimmer, ohne Wasser, ohne Medikamente/ Infusionen. Urin schwammt auf dem Boden. Sie packte die Katzen ein und fuhr nach Hause.
Die Katzenmama trank 15 min am Wassernapf, war völlig dehydriert. Dann erst legte sie sich entspannt zu ihrem Nachwuchs. So konnte auch ich mir Mutter und Babies in Ruhe anschauen.

Eine Brust war heiß und dick, massiv entzündet. Ein Abszess hatte sich gebildet.
Kurz darauf brach dieser dann auch auf und entleerte sich.
 Antibiotika musste schnellstens verabreicht werden. Ein AB das auch den Babies nicht schadete, so dass weiter gesäugt werden konnte.

Der Katze ging es von Tag zu Tag besser, sie säugte gewissenhaft ihren Nachwuchs. Das Auge der Mutter konnten wir erhalten, leider aber erblindet.

Wir werden wohl nie erfahren was denn wirklich in dieser Wohnung geschah, aber eines ist sicher, eine professionelle, tierärztliche Versorgung im Badezimmer hatte nachweislich nicht stattgefunden. Von Ruhe gar nicht zu reden.
Kinder, viele herumlaufende, unerzogene Hunde und eine natürlich überforderte Ehefrau waren sicher nicht die besten Voraussetzungen für eine Welpenaufzucht mit dieser vorausgegangenen Anamnese.
Vermutlich ging auch das ausgeschlagene Auge auf das Konto der Hunde. Was diesen sogenannten Tierarzt immer wieder zu solchen Eskapaden treibt bleibt mir ein Rätsel.

Eigentlich wäre das ein Fall für einen Rechtsanwalt, ich jedoch kann aus eigenen Erfahrungen leider niemanden mehr zu juristischen Schritten raten. OB die Familie es dennoch tut bleibt
abzuwarten. Wenigstens das Amtsgericht wurde über den Ausgang des Geschehens noch informiert.

Fallbeispiel für Züchter:
Wie kommt es, dass Tierärzte schon am Telefon wissen können, ob eine Katze einen Kaiserschnitt benötigt oder nicht? 
Diese Frage stelle ich mir immer wieder aufs Neue.
Eine Zuchtanfängerin, die ich schon einige Zeit kenne, steht mit einer ihrer Katzen in freudiger Erwartung. Die Anspannung ist groß und Ungeduld macht sich breit als  der vorraussichtliche Geburtstermin überschritten ist. Eigentlich nichts Ungewöhliches, auch die Menschen bekommen ihre Babies nicht immer zeitgenau.
Trotzdem ruft mich die besorgte Züchterin an und fragt was ich denn darüber denke.
Abwarten und einen Beruhigungstee trinken , ist mein Rat.
Ja, meint sie, aber die Katze hat schon seit ein paar Wochen leichten Ausfluss und das könnte doch auf eine Infektion hindeuten.
Ich sage, wenn die Katze frisst, kein Fieber hat und sonst nicht auffällig, dann lässt man einfach die Finger weg und wartet. Meine Erlebnisse bzgl. solcher Situation habe ich auf meiner HP schon ausgiebig geschildert und deshalb gibt es bei mir keinen Kaiserschnitt mehr.

Sonntag morgen, 68. Tag der trächtigen Katze, ruft mich die betreffende Züchterin wieder an. Sie wäre in der Tierklinik, dort sagte man ihr, das wäre alles nicht normal, die Tragezeit wäre schon zu lang und der Ausfluss bedeute eine Infektion. Die diensthabende Tierärztin wurde angerufen und diese meinte am Telefon, da müsse man sofort einen  Kaiserschnitt machen.
Wieder fragt mich die Züchterin um meine Meinung und was ich nun täte.
Das ist eine ganz schwierige Sache für mich, ich begebe mich da auf einen gefährlichen Boden. Selbst habe ich die Katze nicht gesehen, weiß alles nur von tel. Schilderung. Mein Bauchgefühl sagt mir die Richtung, aber meine Wortwahl muss gut bedacht sein. Geht es schief, trage ich eine Mitschuld.
Ich sage zu der Züchterin, was ich tun würde.
"Packen sie ihre Katze ein und fahren sie nach Hause! Kommen sie auf dem Weg bei mir vorbei und ich gebe ihnen eine Homöopathie zur Anregung der Wehen und für die nervöse Züchterin "Rescue"

So machten wir das denn. Die Ärztin der Klinik war schon sauer und die Züchterin nun doch etwas entschlossener.
Am Abend kamen die 6 Babies ganz normal zu Welt, keine Komplikationen, eben eine klassische Geburt.

Der Tierarzt meines Vertrauens sagte einmal zu mir,
lassen sie den Tieren Zeit.
Geduld und Beobachtung ist das A & O.
Geben sie der Katze Wasser und Ruhe.
Viele Tierärzte haben nämlich keine Ahnung um eine Katzengeburt, schon gar nicht was die Länge der Tragezeiten betrifft und sie lassen sich von Züchtern  nicht gerne was sagen. 
Sie erkennen nicht die geburtsbeginnenden Anzeichen oder den Ablauf  einer gebärenden Katze und wissen nichts über Sekretausfluss oder Temperaturveränderungen.
Hätte ich diesen Rat nur schon viel eher bekommen, es wäre auch mir viel Leid erspart geblieben. 
In der Literatur  finden wir sehr viel Informatives für die Züchter, ich habe aber schon festgestellen  müssen,  dass  dort auch sehr viel Unkenntnis und Unsinn geschrieben wird. Jeder Züchter wird im Laufe seiner Jahre soviel Erfahrungen gewinnen, dass er seine Tiere einzuschätzen lernt und genau weiß, wann eine Situation gefährlich wird. Es bleibt zu hoffen, dass bei dieser Lehre nicht zu viele Tiere auf der Strecke bleiben werden.
Bei mir waren es drei Katzen, um die ich heute noch trauere, drei Tiere die nicht gestorben wären, hätte der überheblich, arrogante, selbstverliebte Tierarzt nur einen Hauch von Ahnung über sein Handeln gehabt.

Fünf Jahre hat mein gerichtliches Verfahren deshalb gedauert, ohne befriedigendes Ergebnis. Ein Vergleich zu meinen Bedingungen, war alles was dabei herauskam. 
Der betreffende Tierarzt kam mit einem blauen Auge davon. Hat das ganze als Kollateralschaden gesehen.
Blöderweise hatte er keine Rechtsschutzversicherung. Darüber hat er sehr gejammert.
 Dazugelernt hat er bis heute noch nichts, was manche hier geschilderte Fallbeispiele beweisen. 
Meine Hoffnung auf Schließung seiner Praxis wird sich mit Sicherheit zu gegebener Zeit erfüllen, so oder so...
aus rechtlichen oder physiologischen Gründen.

                                                                                                                                                                      
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