Pfinztalcoonies

Qualzucht


als Qualzucht

bezeichnet man bei der Züchtung von Tieren die Duldung oder Förderung von Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden, Schäden oder Verhaltensstörungen für die Tiere verbunden sind.

Polidaktylie
Weisszucht 


  Weisszucht

Hier möchte ich einige Punkte zum Thema Qualzucht ansprechen, die häufig die Gemüter der Züchter, Liebhaber und Gesetzesgeber beschäftigt.

Ich als Züchter der weißen Maine-Coon, gebe immer wieder Anlass zu Spekulationen und Angriffen. Fragen wie ,
" die Weißen können doch auch taub sein ?"
werden mir regelmäßig gestellt. Oder
"was ist mit dem Sehen" Da war doch auch etwas"?

Gerne beantworte ich diese Fragen und kläre darüber auf.
Fakt ist, meine weißen Zuchtkatzen haben alle einen Audiometrietest ( Hörtest) und auch das "Tapetum lucidum" ( notwendig für das optimale Sehen in der Dunkelheit) ist vorhanden.
Keines meiner bisher gezüchteten weißen Babies war je auffällig , taub, oder konnte nicht sehen.
Trotzdem sollte man wissen, dass in verschiedenen Bundesländern die Zucht mit weißen Katzen verboten ist.
Gemeint ist damit, die Mischung zwischen weißen und farbigen Tieren.
Weiß und Weiß ist in ganz Deutschland generell untersagt, und sollte dies trotzdem bei Züchtern geschehen, muß mit einer empfindlichen Strafe gerechnet werden. Denn diese Verpaarungen sind im Tierschutzgesetz verankert und laufen unter dem § 11 b der Qualzucht. Der Grund ist der, dass die Möglichkeit einer Schädigung des Gehöres oder der Augen durch das sog. Weiss-gen 50 mal größer ist, als bei gemischten Verpaarungen.

In Baden Württemberg ist die gemischte Variante unter Vorlage des Audiometrietestes ( Hörtest) genehmigt.
Jeder Züchter hat auch eine Eigenverantwortung, das heißt er sollte sich mit der Genetik und den Stammbäumen auskennen und danach auch verpaaren. Aber das ist für die Zucht von Rassekatzen ohnehin selbstverständlich.

Aus zusammengetragenen Erfahrungen kann ich sagen, es sollte nie ein Partner für ein weißes Tier gewählt werden in dessen Stammbaum in den letzten 6 Generationen weiße Vorfahren zu finden sind. Auch sollte nie ein Partnertier mit be-color Farben zu einer Weißverpaarung verwendet werden. Keine Tiere die aus Würfen stammen in denen taube Geschwister dabei waren. Das gilt nicht nur für die weißen, sondern auch für die Farbigen Katzen. Und auch keine Highwhite-partner. Das sind schon einmal die Grundvoraussetzungen die man wissen sollte.
Auch bei Silber-verpaarungen muß man vorsichtig sein, es gibt Züchter die auch da schon schlechte Erfahrungen in Bezug auf Taubheit gemacht haben.
Und damit berühren wir auch schon wieder die Zuchten der papierlosen Züchter. Diese haben keinerlei Möglichkeiten zur Einsicht was die Vorfahren ihrer Tiere betrifft. Somit ein großes Risiko für die Kitten. Wie sollen da gewissenhaft Tiere zur Zucht ausgewählt werden, wenn die Ahnen nicht bekannt sind. Bei diesen Züchter fallen zu 80 % mehr taube Babies als bei Vereinszüchtern, das ist Fakt. 

 

Polydaktylie

 

ganz lieben Dank an die Sparklingstars für das Foto!
 

Definition: Anzahl überzähliger Zehen, vorwiegend an den Vorderpfoten.
Nicht wie von manchen behauptet wird, fehlerhafte oder gar missgebildete, krankhafte überzählige Zehe.

Auch hier sei wieder erwähnt, dass die Genehmigung zur Zucht durch jedes Bundesland seperat geregelt wird. Selbst die Verbände der jeweiligen Züchter haben gesonderte Regelungen.
Trotzdem gilt,
die gesetzliche Grundlage in den Bundesländern hat Priorität.
Nur weil mein Zuchtverein die Polydakylie zulässt, kann ich nicht in Baden Württemberg damit züchten. Denn in diesem Bundesland ist es verboten.

Wir besitzen und züchten also nicht mit Polydaktylenen Katzen, wobei ich bemerken muß, dass mich das Aussehen der Tiere und die deren Handhabung mit der zusätzlichen, voll funktionsfähiger und genutzter Zehe sehr fasziniert.
Es scheiden sich immer noch die Geister darüber, ob diese zusätzliche Zehe eine Mutation der Entwicklung war, oder ob die frühen Züchter eine Anomalie dazu genutzt haben um diese Form der Zehenentwicklung
hervorzuheben. 
Fakt ist, die
 
Polydaktylie gab es schon bei den Ursprung-Maine-Coon in Amerika. Die Literatur bestätigt dies ausdrücklich.
Auch die Katzen von E.Hemmingway waren und sind immer noch bekannt durch ihre zusätzlich 6. Zehe. Genauso kommen in diversen sehr frühen Stammbäumen bei vielen Geschwisterkindern der Abkömmlinge die Polydaktylie ganz normal vor und es ist nicht bekannt, dass deshalb daraus irgendwelche Erkrankungen resultierten. Die Mutmaßungen, polydaktylene Katzen vererben auch noch zusätzlich andere Erkrankungen, die mit der 6. Zehe in Zusammenhang stünden, ist ein Märchen. In Amerikanischen Studien konnte das bisher wiederlegt werden.

Wann , wie und weshalb die Foundationtiere diese zusätzliche Zehe entwickelt haben, ist nicht belegt. Die einen behaupten durch Inzuchtverpaarung sei sie entstanden, die anderen sagen durch den rauen Lebensraum hat die Mutation stattgefunden. Die Tiere benutzen diese Zehe zum Greifen und auch beim Fischen. Auch sollte die Poly-zehe nicht mit der verkümmerten Wolfszehe verwechselt werden. Sie ist tatsächlich ein verkümmertes Überbleibsel aus Urzeiten. Diese wird zwar durchblutet, besitzt aber keine Nervenfunktionen und kann somit nicht genutzt werden.


kleine Wolfzehe ohne Funktion bei unserem 10 j. Hauskater.




Die Theorie der Inzuchtverpaarung halte ich persönlich nicht für realistisch.  In der Linienzucht wird bei vielen Züchtern die Rückverpaarung praktiziert. Mir ist nicht bekannt, dass gerade bei diesen Züchtern daraus polidaktylene Tiere resultierten.
Da gibt es andere Fehlbildungen, wie zB ein offener Bauch, offener Rücken, Gaumenspalten, deformierte Füßchen, Einhoder, und vieles mehr.
Mich persönlich stört es auch sehr, wenn andere Züchter mit dem Finger zeigen und sich in die "Gute Ecke "stellen wollen indem sie die Personen anprangern, die nicht überzeugt sind, dass Polydaktylie unter den Begriff Qualzucht fällt. Jeder Züchter muß sich an die Gesetze halten.
Wenn der Gesetzesgeber so viel Spielraum für den Einzelnen einräumt, dann darf dieser auch nach Ermessenssache und in Berücksichtigung der Ethik,vernünftig genutzt werden.

Deshalb ist der Eine nicht schlechter als der Andere.
Für mich stellt sich eher die Frage wo beginnt bei mir die "Qual "für die Tiere. Bei überfüllten Tiertransporten, bei angeblichen Tierschützern die Animalhording betreiben, oder bei Züchtern denen alles über den Kopf wächst und die dann durch das Veterinäramt ihre halbtoten Tiere enteignet bekommen.
Jeder sollte vor seiner eigenen Türe kehren bevor er über die anderen urteilt.


Katzenschnupfen, Katzenseuche,Pilzerkr. Giardien, führten bei dieser Züchterin zum Eklat 













                                                                                                                                                        
                                                                                                                                                                                   
 
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